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Mein langer Weg

von Harald 

zu Harumi Michelle

Lebensweg einer Frau, die nicht als Frau geboren wurde

Guten Tag,

 

ich freue mich, dass ich Sie mit der Startseite meiner Homepage neugierig auf dieses für viele Mitmenschen meist unbekannte oder sogar oft auch abstoßende Thema machen konnte. Seit den Übertragungen aus dem 'Dschungelkamp', 4. Staffel (Jan. 2009) auf RTL, mit der transsexuellen Lorielle London, ist diese Thematik doch schon eher Gesprächsstoff in der Bevölkerung geworden.

Ausschnitt aus einem Kommentar von Stefan Niggemeier vom 18. Januar 2009:  

... Es war eine fast anrührende Szene in der RTL-Show „Ich bin ein Star - holt mich hier raus“: So ungelenk und direkt, so freundlich schonungslos, und wer weiß, wann je zuvor so viele Fernsehzuschauer in einer Unterhaltungssendung so viel über Transsexualität erfahren haben. Wie absurd, dass ausgerechnet in dieser bizarren, künstlichen Extremsituation im australischen Dschungel Gespräche entstehen, die dem schwierigen Thema angemessener sind als die übliche Boulevardberichterstattung. ...
Quelle: (AUSZUG- FAZ)

Dann haben auch die öffentlich rechtlichen Sender zunehmend diese Thematik nicht mehr außen vor gelassen. Am 04.09.2011 lief beispielsweise in der ARD der 'Tatort' aus Köln "Altes Eisen" mit Edgar Selge in der Rolle der transsexuellen Trudy Hütten. Zwar ein gekonntes Spiel mit immer noch vielen Klischees, brachte dieser Tatort schon einiges an fundierter Aufklärung rüber. Sehr realitätsnah dann im ZDF in der Reihe 'Notruf Hafenkante' die Folge "Die Tangotänzerin" mit Dirk Martens als die transsexuelle Ramona Hellwig. Hier wurde akribisch für das Drehbuch recherchiert und die Informationen zur Aufklärung korrekt wiedergegeben und gekonnt eingefügt. Auch die dargestellte Meinung über Betroffene und dann die Aufklärung auf die Toleranz bzw. Verständnis folgte, waren gut dargestellt. Nur dass es im normalen Leben mit der Toleranz gegenüber transidenten Menschen noch lange nicht so gut funktioniert.

In letzter Zeit befassen sich immer mehr aktuelle Spielfilme mir dieser Thematik. In den Filmen werden oft der Kampf der Betroffenen um Akzeptanz und Anerkennung einerseits und die Machenschaften der Transphoben, um die Welt vor "solchen Menschen" zu schützen, andererseits behandelt. Gerade die Transphoben, aber auch Homophoben verlangen, dass man sie und ihre Einstellung bedingungslos und ohne Kompromisse akzeptiert, ohne diesen Anspruch auch anderen zu zu gestehen. Vor allem in den öffentlich rechtlichen Sendern wird diese Problematik heute meist sehr sachlich dargestellt. In den privaten Sendern ist man dagegen all zu oft auf Sensation und Klamauk ausgerichtet, unterstützt von Doku-Soaps im Hartz-IV-TV.

Ein nicht transsexueller Mensch kann sich unser Gefühlsleben und auch den Leidensdruck des Im-falschen-Körper-Steckens nur schwer vorstellen und er kann sich schon gar nicht in uns hineinversetzen!!! Das ist keine weise Schlussfolgerung von mir, sondern es ist wirklich so. Die Bewältigung des "Generalangriffs" gegengeschlechtlicher Hormone auf das gesamte "Innenleben" stellt für den Körper Schwerstarbeit dar. Da sind psychische Schwankungen und ein neues Kennenlernen seiner selbst vorprogrammiert.

Was Sie schon immer über Transsexualität wissen wollten, aber nicht zu fragen wagten finden Sie hier (einfach auf diesen Link klicken)

 

Ich bin den Weg des Identitätswechsels gegangen, wurde von Harald zu Harumi Michelle. Mein männlicher Körper ist dem einer Frau angeglichen. 2 ½ Jahre hat es vom ersten Besuch beim Psychiater, erforderlich für die Begleitung der Transformation, bis zur letzten von insgesamt bei mir 6 Operationen (genitale Angleichung, Verweiblichung des Gesichtes, Brustaufbau, Korrekturen an Bauch und Taille) gedauert.

Ich lebe heute akzeptiert als Frau, akzeptiert im privaten, gesellschaftlichen und halbwegs im beruflichen Leben. Jahrelange Träume wurden für mich Realität. Was ich anfangs für unmöglich gehalten hatte wurde wahr. Überglücklich über das Erreichte habe ich nichts, gar nichts bereut und würde diesen Weg immer wieder gehen. Den einzigen Vorwurf, den ich mir mache; ich hätte diesen Weg viel, viel früher beschreiten sollen und sicherlich auch können. Endlich kann ich jetzt meine wahre Identität leben! ....

Immer wieder werde ich gefragt: "Warum machst du das, schreibst ganz öffentlich über dich, über dein Leben, über deine Gefühle? Du gibst doch persönlichste Dinge preis. Ich würde das nie und nimmer machen!" Ja das stimmt, ich lasse mit dieser Website tief in meine Persönlichkeit und mein Leben blicken. Aber auch wer sich mit mir darüber unterhält, bekommt diese Informationen und gerade diese Offenheit, der maßvolle und doch offene Umgang mit der Thematik Transidentität hilft meinem Gegenüber, eventuelle Berührungsängste oder Hemmungen vor dem "Unbekannten" abzubauen. Diese Offenheit kommt an! Die Offenheit über ein angebliches Tabuthema animiert zu einer, wenn auch zaghaften, eigenen Offenheit. Und das ist mein Anliegen, mit meiner Offenheit wenigstens zu versuchen, die allgemeine Scheu vor transidenten Menschen abzubauen. Was in den Gesetzen teilweise schon erfolgt ist, ist in den Köpfen meist noch längst nicht angekommen!

Haben Sie noch weiter Interesse an diesem Thema, oder jetzt erst recht? Dann erfahren Sie mehr über mich und meinen Weg von Harald, der ich sein sollte, zu Harumi Michelle, die ich bin, und klicken Sie einfach auf das Bild "Einteten".

Besteht kein Interesse, klicken Sie bitte auf das Bild "Verlassen". 

 

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letzte Änderung 31.12.2017

(siehe Menü nächste Seite)

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Zweimal stand ich vor dem Ziel, beim zweiten Mal habe ich gekämpft, um nicht wieder leer auszugehen. Dann, ich war wirklich am Ziel, endlich nicht nur seelisch, sondern auch körperlich eine Frau. Ich bin angekommen, bin eine Frau (natürlich mit biologischen Abstrichen, eine Ganzkörpertransplantation gibt es ja noch nicht)!

Das Thema Transsexualität ist ein sehr sensibles Thema und deshalb habe ich auf allen Folgeseiten die Anrede in der Du-Form gewählt, weil ich der Meinung bin, so entsteht ein besseres Gefühl dafür. In der Hoffnung auf Verständnis,

Herzlichen Dank!

Sollten Sie für das Verstehen der wichtigsten themenbezogenen Begriffe auf den nächsten Seiten noch eine kurze Erklärung wünschen, lesen Sie auf dieser Seite bitte einfach weiter. Am Ende finden Sie nochmals einen Link zu den nächsten Seiten.

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Der Begriff Transe wird, meist abwertend, auf folgende Trans-Gruppen angewandt:

Besonders Transsexuelle empfinden dies oft als Beleidigung, während es sich bei Transvestiten immer mehr durchsetzt, diesen Jargon-Begriff anzunehmen. (aus Wikipedia, der Online-Enzyklopädie)

 

Transsexuelle sind ganz normale Menschen, die seit ihrer Geburt im "falschen" Körper gefangen sind. Transsexualität zeichnet sich also durch eine dauerhafte innere Gewissheit aus, sich dem anderen Geschlecht als dem biologischen zugehörig zu fühlen. Transsexualität gibt es bei beiden Geschlechtern.

Nichtbetroffene können sich so etwas nur schwer vorstellen, weil es bei ihnen keinen Widerspruch zwischen dem körperlichen und dem geistigen Geschlecht gibt. Bei ihnen sind Körpergeschlecht und Identitätsgeschlecht im Einklang – anders bei Transsexuellen.

Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland etwa 80.000 Betroffene, also etwa jeder Tausendste, nach anderen Informationen genau die Hälfte. Die Dunkelziffer liegt sicherlich weit höher!

 

Transidentität ist ein anderer Begriff für Transsexualität; beide Begriffe haben nichts mit der sexuellen Orientierung (z.B. Hetero-/ Homosexualität) zu tun.

Aufgrund der Unbekanntheit und des Unwissens in unserer Gesellschaft sind Transidente mit vielen Vorurteilen und Problemen konfrontiert. Meistens beginnen die Probleme schon in der Kindheit. Betroffenen könnte also viel Leid erspart werden, wenn Transidentität schon in diesem Alter erkannt würde. Wegen der eindeutigen Zuweisung des Identitätsgeschlechts zum körperlichen Geschlecht bei der Geburt und dem damit verbundenen Anpassungsdruck finden viele Transidente jedoch erst spät den Weg zur Selbstverständlichkeit ihrer Geschlechtsidentität. Leider kommt es immer wieder vor, dass Transidente sich das Leben nehmen, weil sie dem inneren und äußeren Druck nicht mehr standhalten und nicht den Mut aufbringen, in ihrem Identitätsgeschlecht zu leben. Haben es Betroffene jedoch geschafft, sich in der Öffentlichkeit zu outen, verläuft der weitere Weg meistens relativ problemlos.

Die Ursachen für Transidentität sind unklar. Einigkeit unter den Spezialisten für Transsexualität besteht nur darüber, dass man nur den Körper der Seele so weit wie möglich angleichen kann, aber nicht umgekehrt – auch wenn dies bis in die 1970er Jahre immer wieder leidvoll versucht wurde. Um einem häufigen Missverständnis entgegenzuwirken:

Dieser Wechsel von einem Geschlecht zum anderen geschieht nicht freiwillig; es ist nichts, wofür man sich entscheiden kann. Transidentität lässt sich nicht anerziehen oder wegtherapieren!

Es ist jedoch notwendig, sich einem spezialisierten Psychotherapeuten anzuvertrauen. Dieser kann der betreffenden Person dann Wege und Möglichkeiten zeigen, mit ihrer Transidentität zu leben und gegebenenfalls medizinische Schritte einleiten. Darunter fällt die Einnahme gegengeschlechtlicher Hormone, aber auch Bartepilation (bei Mann-zu-Frau) bzw. Brustamputation (bei Frau-zu-Mann) und die genitalangleichende Operation.

Die Änderung von Vornamen und Personenstand sowie deren Offenbarungsverbot ist in Deutschland vom Transsexuellengesetz (TSG) geregelt.  

 

Transidente (Transsexuelle) sind solche, die eine Geschlechtsumwandlung anstreben.

Transidente wurden bisher als Transsexuelle bezeichnet. Sie haben aber eigentlich kein Problem mit ihrer Sexualität, sondern ein Problem mit ihrer geschlechtlichen Identität. Daher wird der ältere Begriff inzwischen seltener benutzt, wenngleich er noch in vielen Lehrbüchern enthalten ist und beide Begriffe oft synonym nebeneinander her gebraucht werden. Transidente haben in ihrer Psyche eine andere Geschlechtsrolle als in ihrem anatomischen Aussehen.

 

Transgender sind Personen, die wie das andere Geschlecht leben

Den Begriff Transgender prägte Virginia Charles Prince in den 1970er Jahren. Die Amerikanerin lebte als Frau und war körperlich Mann.

Das Wort wird leider in unklarer Weise oft auch als ein Oberbegriff für all diejenigen Menschen verwendet, die sichtbar aus den klassischen Geschlechts-Rollenzuordnungen ausbrechen. Die bekanntesten damit verbundenen Termini sind die beiden für grundsätzlich unterschiedliche Zusammenhänge stehenden Begriffe Transsexualität und Transvestismus. Doch auch noch einige andere nicht-transsexuelle Menschen, die ständig oder vorwiegend in einer anderen als der ursprünglich zugewiesenen Geschlechtsrolle leben, sind Transgender: Dazu zählen auch Cross-Dresser, bewusst androgyne Menschen, Drag Kings und Drag Queens, aber nur dann, wenn das Überschreiten der Geschlechtsrolle für sie nicht nur als Travestie, einer öffentlich zur Schau gestellten Verkleidungskunst, anzusehen ist. Üblicherweise nicht eingeschlossen (obwohl im Einzelfall die Abgrenzung schwierig sein kann) ist transvestitischer Fetischismus, da der Geschlechtsrollenwechsel hier nur zeitweise, und nur zur sexuellen Stimulation vollzogen wird.

 

Transsexuelle sind Ex-Transgender
Unter dem Begriff Transgender versteht man zumeist Personen, die zeitweilig oder dauerhaft in einer sozialen Geschlechtsrolle leben, die nicht ihrem "eigentlichen" Geschlecht entspricht.
Oft werden darunter fälschlicherweise Transsexuelle subsumiert, bei denen die soziale Rolle jedoch weder der Ursprung noch der Kern des Leids ist. Es ist der Körper und dies unterscheidet TS deutlich von allen Formen von Transgender.
Interessant ist die Überlegung, wenn man unter dem "eigentlichen Geschlecht" im Sinne einer TS nicht das körperliche, sondern das tatsächliche "innere" Geschlecht versteht, das mehr oder weniger verdrängt seit Geburt bereits vorhanden ist. Dann nämlich sind alle TS bis zur Transformation Transgender, weil sie bis dahin in einer vom "eigentlichen Geschlecht" abweichenden sozialen Geschlechtsrolle leben (müssen). Dies ist dann extrem leidvoll je länger es dauert und kann psychosomatische Leiden auslösen. Sehr oft tut es das auch, bis hin zum völligen Verlust der Leistungsfähigkeit. Diese Phase ist eigentlich auch so etwas wie ein "negativer Alltagstest", denn letztlich wurde hier in einem Geschlecht über viele Jahre bewiesen, dass es für diese Person nicht bis ans Lebensende lebbar ist. Da es aber nur noch ein weiteres Geschlecht gibt, kann es logischerweise nur das andere Geschlecht sein welches das richtige ist.

 

Insbesondere die Unterschiede zwischen Transvestiten und Transidenten sind massiv.

Der Versuch, das eigene Geschlecht zu verändern, ist ein seit alterher bekanntes Phänomen.

In der Regel besteht bei allen Formen des Transvestismus nicht der Wunsch nach einem vollständigen Wechsel der Geschlechtsrolle. Die Übergänge zur Transidentität können aber in der Praxis fließend sein, da Transsexuelle auf dem Weg nach ihrer Identitätsfindung mitunter in die Transvestitenszene eintauchen.

Ein großer Teil der Betroffenen lebt über Jahrzehnte hinweg mit dem in seinen Augen falschen Geschlecht. Ein Teil heiratet sogar und versucht seine Pflicht so gut wie möglich zu erfüllen. Es besteht aber eine tiefe innere Unzufriedenheit mit dem eigenen Geschlecht und sie finden in der gegengeschlechtlichen Sexualität meist wenig oder gar keine Erfüllung. Intensives Cross-Dressing kann den Wunsch des Transidenten nach Geschlechtsveränderung unter Umständen für eine lange Zeit kompensieren, ehe dieser vollständig durchbricht.

Wenn der Betreffende sich erst einmal zu dem Entschluss durchgerungen hat, sein Geschlecht umzuwandeln, dann versuchen Transsexuelle oft, diese Operation so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Allerdings gibt es eine Fülle von juristischen, medizinischen und sozialen Barrieren zu überwinden.

 

Verlauf bei Transidentität Zahlreiche transsexuelle Menschen entwickeln bereits im Vorschulalter das Gefühl, „anders“ zu sein, können dieses oft aber noch nicht konkret zuordnen. Andere berichten, dass sie bereits im Vorschulalter ein Bewusstsein dafür entwickelten, entgegen ihrem körperlichen Geschlecht eigentlich ein Junge bzw. Mädchen zu sein, oder zumindest kein Mädchen bzw. Junge. Gelegentlich tritt dieses Bewusstsein erst in der Pubertät oder im Erwachsenenalter auf. Besonders in diesen Fällen stellt sich die Frage, ob nicht Erinnerungen aus der Kindheit verdrängt wurden.

Der von transsexuellen Menschen empfundene psychische Druck nimmt kontinuierlich mit der Zeit zu, besonders während der Pubertät und im jungen Erwachsenenalter. Neben psychosomatischen Krankheiten und verschiedenen anderen psychischen Problemen sind vor allem Depressionen und Drogenmissbrauch eine häufige Folge. Die meisten Transsexuellen sehen sich früher oder später gezwungen, ihre Umwelt über ihre Transsexualität zu informieren (Outing) und ihre Geschlechterrolle „offiziell“ und permanent zu wechseln. Oft ist der entsprechende Entschluss Ergebnis einer besonderen Krisenphase, die häufig als existenzbedrohend empfunden wird.

Der Zeitpunkt, an dem im Einzelfall die jeweiligen psychischen Probleme mit Transsexualismus in Verbindung gebracht werden, ist individuell höchst unterschiedlich. Er hängt u. a. auch mit den verfügbaren Informationen und dem sozialen Klima zusammen, in dem der Betroffene lebt. Insgesamt jedoch sinkt das Durchschnittsalter, in dem Betroffene versuchen, eine medizinische Behandlung zu erreichen, seit Jahren.

Unabhängig davon, ob sie als transsexuell erkannt werden, versuchen betroffene Kinder meist, den Erwartungen ihrer Umgebung zu entsprechen und die dem körperlichen Geschlecht entsprechende Geschlechterrolle zu leben. Da der diesbezügliche Druck auf körperlich männliche Transsexuelle im allgemeinen größer ist als der Druck, unter dem körperlich weibliche Betroffene leben, verläuft die typische Entwicklung bei Transmännern und Transfrauen unterschiedlich:

  • Transfrauen bemühen sich häufig zunächst darum, dem klassischen Bild eines Mannes möglichst weitgehend zu entsprechen. Es ist keineswegs selten, dass sie zunächst heiraten und eine Familie gründen, insbesondere dann, wenn sie ohnehin Frauen als Partnerinnen bevorzugen. Auch ist bei Transfrauen eine ausgesprochen „männliche“ Berufswahl keineswegs selten. Ihr Unbehagen in der männlichen Rolle äußert sich oft in einem Wechselspiel zwischen transvestitischen Phasen und Phasen der Überkompensation, in denen sie zum Beispiel alle Frauenkleider wegwerfen und versuchen, besonders männlich zu erscheinen.
  • Transmänner heiraten etwas seltener und bekommen auch seltener Kinder. Bei der Berufswahl entscheiden sie sich fast immer entweder für „geschlechtsneutrale“ oder für „typisch männliche“ Berufe. Ihr Unbehagen in der weiblichen Geschlechtsrolle drückt sich vor allem dadurch aus, dass „männliche“ Verhaltensweisen in den Alltag integriert werden, was bei Frauen eher akzeptiert wird als weibliche Verhaltensweisen bei Männern. Transmänner, die noch als Frauen leben, wirken daher oft „burschikos“ oder „emanzipiert“. Auch werden sie häufig für lesbisch gehalten, auch dann, wenn sie als Partner Männer bevorzugen.

Der Wechsel der Geschlechtsrolle kann, muss aber nicht, zu großen sozialen Problemen führen. Partnerschaften zerbrechen häufig, aber nicht immer. Kinder verkraften den Rollenwechsel eines Elternteils meistens wesentlich besser als erwartet; Ausnahmen sind besonders Kinder in der Pubertät und Kinder, die von außen stark gegen den betroffenen Elternteil beeinflusst werden. Auch der Verlust des Arbeitsplatzes, der früher als so selbstverständlich galt, dass von vorneherein zur eigenen Kündigung geraten wurde, ist wesentlich seltener geworden – unter anderem deshalb, weil der Europäische Gerichtshof die Kündigung eines Menschen wegen eines beabsichtigten Geschlechtsrollenwechsels mittlerweile zur verbotenen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts erklärt hat. Ungeachtet dessen begeben sich selbst die Transsexuellen, die das bisher nicht getan haben, aus Anlass ihres Geschlechtsrollenwechsels in psychologische oder psychotherapeutische Betreuung; denn ohne den Nachweis professioneller Begleitung ist es nahezu unmöglich, die für die Inanspruchnahme medizinischer und juristischer Begleitmaßnahmen erforderlichen Gutachten zu erhalten.

In den letzten Jahren steigt die Zahl der Eltern transsexueller Kinder, die deren Transsexualismus als solche erkennen; ebenso steigt die Zahl der Eltern, die mit Akzeptanz anstatt mit Ablehnung reagieren. In diesen Situationen werden zunehmend medizinische Maßnahmen eingesetzt, die den Eintritt der Pubertät verzögern. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass sich Geschlechtsmerkmale entwickeln, die später nur mit großem Aufwand und oft fragwürdigem Erfolg wieder rückgängig gemacht werden müssten oder nicht mehr rückgängig zu machen sind. Daher wächst auch die Zahl der transsexuellen Menschen, die sich bereits während oder kurz nach der Pubertät zum Wechsel der Geschlechtsrolle entschließen.

 

Gedanken dazu: Was eine weitere Studie, eine von vielen, die schon vorher veröffentlicht wurden und zum selben Ergebnis gekommen sind, eigentlich sagen sollte: Der Satz “Ich bin im falschen Körper geboren” stimmt. Da das Gehirn das wichtigste Organ ist, ist es auch das geschlechtsbestimmende.

Das Gehirn sagt der betroffenen Person: Du bist ein Mädchen. Wenn nun so ein Mädchen geboren wird, und es Penis und Hoden besitzt, ist es deswegen noch lange kein Junge, sondern eben - und das ist das, was in Deutschland von transphoben Psychoanalytikern und Gesetzgebung immer noch abgestritten wird - ein gebürtiges Mädchen.

Ein transsexuelles Mädchen ist kein Junge, der sich “wie ein Mädchen fühlt”, sondern eben ein Mädchen, dass sich auf Grund ihres zu ihrem Geburtsgeschlecht gegenläufigen Körpermerkmalen “männlich” fühlt und nicht umgekehrt.

Wer dies versteht, weiß, dass transsexuelle Menschen in Deutschland heute noch behandelt werden wie Sklaven in den Südstaaten der USA vor einem Jahrhundert, wie Homosexuelle noch vor Jahrzehnten, wie eben Gruppen, denen man, obwohl sie sind wie sie sind, auf Grund von Besonderheiten die Menschenrechte abspricht.

So werden transsexuelle Mädchen allen Ernstes in Deutschland noch als identitätsgestörte Jungs bezeichnet - wollen sie als Mädchen auch juristisch anerkannt werden, müssen sie dafür tausende Euro ausgeben, um dann per Gutachter als verrückte Jungs eingestuft zu werden, die “Mädchen werden wollen”. Erst wenn diese Mädchen dafür bereit sind und ggf. der Satz “Ich bin im falschen Körper geboren” zur Einbildung deklassifiziert wurde, gibt man ihnen die Möglichkeit, andere Papiere zu erhalten. Nicht besser die Urteilsfindung der Krankenkassen und des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen), die ein schier unendliches Prozedere starten, nur um eventuell die im V. Sozialgesetzbuch festgeschriebenen Leistungen nicht erbringen zu müssen. Es werden Offenbarungen und Untersuchungen verlangt, die mehr als "ganz schön menschenverachtend" einzustufen sind. Ebenso wie die Menschen, die meinen, über transsexuelle Menschen schreiben zu müssen, dass da Männer Frauen werden wollen. Nein. Sie waren schon immer Frauen.

Vielleicht sollten sich die gebildeten Menschen darüber einmal Gedanken machen und sich selbst fragen: Akzeptiere ich transsexuelle Menschen?

Wer sagt, dass er einen Mann als Frau akzeptiert, hat nicht verstanden, dass diese Frau als Frau geboren wurde - wenn auch mit Penis und Hoden. Denken Sie mal drüber nach…

Ein überlegenswerter Kommentar zu "Transphobie ― Unwille, transsexuelle Menschen wahrzunehmen", den ich mal irgendwo gefunden habe::

Es gibt Mädchen, die mit Penis und Hoden geboren werden. Leider gibt es Menschen, die diese Mädchen immer noch als Jungs bezeichnen, die eine Identitätsstörung besitzen und deswegen “Männer wären, die fühlen wie Frauen”. Das ist Transphobie.

 

Transvestiten finden es erotisch wie das andere Geschlecht auszusehen. 

Sie haben das Bedürfnis, zeitweise Kleider und Verhalten des anderen Geschlechts anzunehmen. Im Gegensatz zu Transidenten haben sie eine klare Geschlechtsidentität. Im Unterschied zur Transidentität gibt es jedoch keine (medizinische) Behandlung für Transvestismus, sondern Betroffene müssen ihre "Neigung" ausleben, um psychisch und körperlich gesund zu bleiben. Transvestismus läuft zum größten Teil im Verborgen ab, ist unabhängig von der sexuellen Orientierung und keine spezifisch homosexuelle Erscheinung. Genau wie Transidentität lässt sich Transvestismus nicht wegerziehen oder wegtherapieren!

Vagen Schätzungen zufolge sind etwa fünf Prozent aller Männer Transvestiten, ca. 85% sind heterosexuell. Oftmals gehen sie ihrer "Neigung" ohne Wissen ihrer Ehefrauen und Freundinnen nach, aus Angst um Ehe oder Partnerschaft. Viele Frauen wissen aber auch um den Transvestismus ihres Partners und tolerieren diese Eigenschaft. Weibliche Transvestiten sind seltener bzw. fallen nicht auf, da man sich an Frauen in maskuliner Kleidung gewöhnt hat.

   

Noch ein paar Worte zu unserer Gesellschaft: 

Unsere Gesellschaft tut immer wie tolerant sie sei, doch es wird noch viele Jahre dauern bis unsere Gesellschaft so tolerant ist, wie sie vorgibt zu sein. Erst dann werden Transsexuelle, Transvestiten usw., wie auch Homosexuelle u. a. so unbeschwert leben können, wie sie es eigentlich wünschen.

 

 

01.09.2009

 

Harumi Michelle

© H. M. Waßerroth

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